Für diesen Samstag war ja bestes Wetter angesagt - das wollte ich ausnutzen und mal auf das Vrenlisgärtli gehen. Da kann man mit der SBB bis Netstal fahren und von dort mit dem Bergvelo bis Wärben (1385m) fahren. Dann ist nachher der Weg runter nicht so lang. Nachdem das ja auf Vrenlisgärtli nicht ganz kurz ist, habe ich gleich den ersten Zug genommen. Da ist es noch Dunkel wenn man in Zürich losfährt - hat sich aber gelohnt. Auch wenn ich nicht ganz auf dem Vrenlisgärtli war sondern nur auf dem Gipfel davor (Punkt 2860). Ach ja, das im Hintergrund ist der Tödi - da will ich irgendwann unbedingt mal eine Skitour raufgehen.
Von Netstal geht es erstmal die normale Strasse zum Klöntaler See. So um 7:30 ist da noch nicht allzu viel los und wenn man dann oben ankommt, geht gerade die Sonne über dem See auf. Das schaut richtig schön aus. Hinter dem See wird es dann aber erstmal richtig steil, konstant über 20%, aber guter Belag und deshalb gut mit dem Bergvelo fahrbar. Erst in Wärbern ist Schluss mit lustig und der steile Anstieg zur Glärnischhütte beginnt.
Dahinter folgt der Glärnischfirn, den man bis zum Schwander Grat am Punkt 2860 geht. Jetzt im September ist der Gletscher schon ziemlich aper, also geht eher in Richtung Eis als in Richtung Firn. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich was für meine Pfoten mitgenommen. So war es teilweise schon eine rutschige Angelegenheit. Zum Glück ist der Gletscher ja nicht allzu steil.
Ganz im Gegensatz zum Grat. Der geht in Richtung Linthtal schon ordentlich runter wie man im Bild rechts sieht. Einmal die Pfote falsch gesetzt und schon ist man unten in Schwanden. Ach ja, das Linthtal heisst so, weil da der Fluss Linth fliesst und die Gemeinde Linthal am Ende liegt. Hat leider nichts mit Lindt oder Lindt&Sprüngli zu tun. Es fliesst dort leider keine Schokolade. Die wäre aber eh schlecht fürs Fell.
Ach ja, die armen Leute, die morgen in Richtung Vrenlisgärtli gehen. Ich war ja alleine und habe deshalb auch bei dem etwas heiklen Abstieg bei P2860 gekniffen. Aber sooooo viele Leute mit Pickel wie heute auf die Glärnischhütte gegangen sind muss da morgen die Hölle los sein. Bin mir nicht sicher, ob die 115 Matrazenlager ausreichen....
Karte
Von Netstal geht es erstmal relativ gemütlich die Fahrstrasse zum Klöntaler See. Solange kein Verkehr ist, lohnt es sich nicht den Wanderweg zu fahren. Bergab ist er dann aber auf jeden Fall zu empfehlen. Insbesondere sollte man bergab bei den ersten Häusern den kleinen Weg entlag des Flusses weiterfahren (beschildert als Wanderweg). Der weitere Weg entlang des Sees ist absolut flach, bevor dann kurz hinter dem Campingplatz am Seeende die Steigung beginnt. Nicht abschrecken lassen vom ersten Kilometer - es wird zwischendrin wieder flacher. Bei Wärben ist definitiv Schluss mit Velo. Ab hier geht es 600mH zur Glärnischhütte auf gefühlten 400m Strecke. Nach der Hütte zum Glärnischfirn und diesen bis zum Ende gehen. Hier ist der Einstieg in den Schwander Grat bei Punkt 2860. Nicht zu verfehlen, so gross wie da der Pfeil an den Fels gemalt ist. Die Spalten im Gletscher (ungefähr auf halber Höhe - nicht in der Karte) lassen sich entweder am linken Fels umgehen oder in der Mitte des Gletschers. Ich bin im Fels gegangen - das Blankeis auf dem Gletscher ist nicht gut für die Pfoten. Hinter Punkt 2860 geht es nochmal mit Sicherung bergab. Hier bitte unbedingt die Variante für Abstieg nehmen (ist beschildert) und keine Steine schmeissen!